Projektwettbewerb Frauenfeld

Stand: Wettbewerb

Jahr: 2016

Bauherrschaft: Kantonales Hochbauamt Thurgau

Ort: Frauenfeld, TG

Situation

Die städtebauliche Stärke des Projektes „Zwei Höfe“ ist es, die Verbindung zwischen Vorstadt, Promenade und der Altstadt zu stärken und nutzbar zu machen. Die Setzung des Gebäudekörpers schafft zwei Räume: einerseits zusammen mit dem bestehenden Regierungsgebäude einen grosszügigen Hof und andererseits zur Villa Wohlfender hin einen Park.

 

So entstehen attraktive Wege, welche die umliegenden Quartiere verbinden, aber auch die Wahrnehmung des Perimeters als ein zusammenhängendes Regierungsviertel stärken. Dieses Viertel soll von den Stadtbewohner als öffentliches Areal wahrgenommen und genutzt werden können.

 

Gebäude

Das Raumprogramm wird auf fünf Obergeschossen und drei Untergeschossen organisiert. Das Gebäude bietet Platz für 209 Arbeitsplätze. Besucher sowie Mitarbeitende betreten das Gebäude über das doppelgeschossige Foyer im Erdgeschoss.  Das Foyer ist das Verbindungsglied zwischen Hof und Park.

Ebenfalls im Erdgeschoss befindet sich eine grosszügige Cafeteria, sowie zur Staubeggstrasse hin das Copycenter und die Poststelle. Dort erfolgt auch die LKW-Anlieferung. Diese wird mittels einer ausfahrbaren Markise nach Bedarf überdacht. Über eine frei im Raum stehende Wendeltreppe gelangt man in das erste Obergeschoss. 

Hier befinden sich im nördlichen Teil des Volumens die öffentlichen Sitzungszimmer. Diese sind mittels einer Türe strikt abtrennbar vom gesamten Verwaltungsteil. Durch die Lage im Obergeschoss sind die Sitzungszimmer vor Einblicken geschützt. Diese Anordnung erlaubt es den Fussabdruck des Gebäudes zu minimieren und trotzdem die  geforderte betriebliche Abtrennung zum Verwaltungsteil zu gewährleisten. Die Sitzungszimmer lassen sich mittels faltbarer Zwischenwände zu einem Raum vereinen. 

 

Im südlichen Teil des ersten Obergeschosses und in den drei weiteren Obergeschossen befindet sich der grösste Teil der Verwaltung. Die Büroräume in den Obergeschossen sind an zwei vom Erschliessungskern ausgehenden Korridoren mit einer Breite von 1.40 Meter angeordnet, so ist auch der barrierenfreie Zugang zu allen Räumlichkeiten gewährleistet.

 

 

Einige Einzelbüros werden doppelt belegt, um die geforderten Arbeitsplätze in einem möglichst kompakten Volumen unterzubringen und den Flächenverbrauch pro Person zu optimieren. Die Aufenthaltsräume in den Bürogeschossen sind bewusst knapp bemessen zugunsten eines grossen Cafés, welches einen Treffpunkt bildet und das Erdgeschoss belebt.

 

Das Treppenhaus hat eine komfortable Breite und wird in den weniger begangenen Untergeschossen schmaler. In den ersten beiden Untergeschossen befinden sich 184 Parkplätze, die Garderoben für die Postmitarbeiter und die Technikräume. Im dritten Untergeschoss ist das Archiv. Die Tiefgarageneinfahrt wird als separater Gebäudekörper neben der Villa Wohlfender plaziert. Zwei öffentliche Aufgänge erschliessen die Garage. 

Das ganze Gebäude bietet behindertenfreundlichen Zugang. In der Garage sind Behindertenparkplätze vorgesehen.

 

Die Villa Wohlfender lassen wir bewusst an ihrem Ort, der Pavillon wird zugunsten des Parks an einen neuen Standort ausserhalb des Perimeters verschoben.

 

Konstruktion 

Die Gebäudestruktur besteht aus Stützen und Unterzügen aus Beton. Die Decken sind Holz-Beton Verbunddecken mit sichtbaren Holzträgern. Die Zwischenwände sind leichte Holzwände, welche eine flexible Raumteilung ermöglichen. Der Erschliessungskern des Gebäudes ist aus Beton, welcher das Gebäude zusätzlich aussteift. Die Fassade ist an der Struktur befestigt und trägt sich selbst. Sie besteht aus vertikal gerasterten Fensterelementen und Holzbrüstungen. Die Rasterung der Fassade korreliert mit den Holzträgern der Kassettendecke. Die Konstruktion des Daches entspricht der des Regelgeschosses. Die Tragstruktur ist aus Beton und Holz. Die Dachhaut besteht aus Metall.

 

Brandschutz

Die Obergeschosse bilden jeweils einen einzelnen Brandabschnitt. Die Fluchtwege sind maximal 28 Meter lang. Das Treppenhaus ist im Bereich der Untergeschosse mit einer Spüllüftung ausgestattet. Aus der Tiefgarage führen drei Fluchttreppen ins Freie, eine davon durch das Gebäude. Die Geschosse werden in der Fassade mit einem Winkel getrennt, um eine Feuerausbreitung über die Hinterlüftung zu verhindern. Beim Lift befinden sich brandgesicherte Bereiche.

 

Erweiterung

Durch die kompakte Gebäudeform bleibt Platz für zukünftige Erweiterungen. Ein Erweiterungsbau würde sich als längliches Gebäude im Bereich des Parks parallel zur Häuserzeile der Züricherstrasse bestens ins Ensemble einfügen. So würde auch beim Bedarf nach weiteren Flächen die städtebauliche Disposition weiterhin funktionieren.